Depressive Episode (F32)
Sie fühlen sich seit Wochen niedergeschlagen, leer und kraftlos? Dinge, die Ihnen früher Freude gemacht haben, lassen Sie kalt, und selbst kleine Aufgaben kosten Sie enorm viel Energie? Sie schlafen schlecht, grübeln viel und zweifeln an sich selbst?
Eine depressive Episode dauert mindestens zwei Wochen an und ist gekennzeichnet durch gedrückte Stimmung und eine Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit, sich zu freuen, das Interesse und die Konzentration sind vermindert. Müdigkeit ohne Anstrengung kann vorkommen. Häufig bestehen Schlafstörungen, Appetitverminderung und eine Beeinträchtigung von Selbstwert und Selbstvertrauen. Schuldgefühle und ein Gefühl der Wertlosigkeit sind häufig. Einige Patienten kennen wiederkehrende Gedanken an den Tod oder an Selbsttötung (Suizid) oder suizidales Verhalten.
Das Stimmungstief ändert sich von Tag zu Tag wenig und reagiert auch nicht auf Lebensumstände. Begleitend kann ein sogenanntes „somatisches Syndrom“ vorkommen, bei dem z. B. Früherwachen, Morgentief, Appetit-, Gewichts- und Libidoverlust vorkommen können. Manche Patienten wirken nach außen hin passiv, fühlen dabei jedoch eine starke innere Unruhe (psychomotorische Hemmung). Manche wirken fahrig, hastig und ziellos und spüren ebenfalls eine starke Unruhe (Agitiertheit).
Es müssen nicht alle genannten Symptome vorkommen, der Schweregrad richtet sich nach der Symptomzahl.
Unter Umständen wird eine schwere depressive Episode von einem sogenannten psychotischen Syndrom (F32.3) begleitet. Hierbei kommen Wahnideen (häufig Schuld-, Beziehungs- oder Verfolgungswahn, hypochondrischer Wahn) oder Halluzinationen vor.
… wenn Sie derartige Symptome bei sich entdecken, insbesondere, wenn Sie Gedanken an den Tod oder Selbsttötungsabsichten haben.
- Notruf / Rettungsdienst
- 112
- Rettungsdienst Mannheim
- 0621 19222
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst
- 116117
- Notaufnahme der UMM
- 0621 383-4472
- Notaufnahme Zentralinstitut für seelische Gesundheit
- 0621 1703-7777
Anpassungsstörung (F43.2)
Seit einer Trennung, einem Trauerfall, dem Verlust Ihres Arbeitsplatzes oder einer anderen großen Veränderung finden Sie nicht mehr richtig in Ihren Alltag zurück? Sie fühlen sich niedergeschlagen, besorgt oder überfordert und ziehen sich von anderen zurück?
Bei einer Anpassungsstörung handelt es sich um Zustände, die nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder belastenden Lebensereignissen auftreten. Meist fühlen sich Betroffene besorgt und emotional beeinträchtigt und erleben einen Leistungsabfall und veränderte Sozialkontakte (z. B. Meiden spezieller Situationen oder Menschen oder sich unwohl fühlen).
Auftreten kann dies z. B. nach einem Trauerfall, Trennungserlebnissen oder nach größeren Lebensentwicklungsschritten oder einer Krise (Schul- oder Studienabschluss, Heirat/Elternschaft, Misserfolg, Erreichen eines ersehnten Ziels, Ruhestand …). Emigration und Flucht können hier natürlich ebenfalls auslösend sein.
Symptome einer Anpassungsstörung
Die Symptome sind vielfältig und können denen einer Depression ähneln. Es können auch körperliche Symptome und das ständige Beschäftigen damit vorkommen. Neu und im Zusammenhang mit der Veränderung aufgetretene Angstgefühle oder Phobien sind ebenfalls denkbar.
Hinweis zu den KostenSollten Sie an einer psychischen Erkrankung leiden, beachten Sie bitte meine Hinweise zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse bzw. -versicherung unter Kosten & Ablauf.