Wenn die Angst das Leben bestimmt
Angst gehört zum Leben. Sie schützt uns und macht uns in schwierigen Momenten wachsam. Von einer Angststörung spricht man, wenn die Angst unangemessen stark ist, sehr häufig oder ohne erkennbaren Anlass auftritt oder lange anhält. Viele Betroffene beginnen dann, Situationen zu meiden, die Angst auslösen könnten. Kurzfristig bringt das Erleichterung, auf Dauer wird das Leben dadurch aber immer enger.
Soziale Phobie (F40.1)
Vor Vorträgen, Besprechungen oder Feiern graut es Ihnen schon Tage vorher? Sie haben Angst, sich zu blamieren, und vermeiden es, vor anderen zu sprechen, zu essen oder im Mittelpunkt zu stehen?
Im Mittelpunkt steht die Furcht, von anderen Menschen kritisch betrachtet und bewertet zu werden. Deshalb werden soziale Situationen gemieden oder nur unter großer Anspannung durchgestanden. Häufig gehen soziale Ängste mit einem geringen Selbstwertgefühl und großer Angst vor Kritik einher. Körperliche Zeichen wie Erröten, Händezittern, Übelkeit oder Harndrang können so stark im Vordergrund stehen, dass Betroffene sie für das eigentliche Problem halten. Die Angst kann sich bis zu Panikattacken steigern.
Panikstörung (F41.0)
Wie aus heiterem Himmel rast Ihr Herz, Sie bekommen kaum Luft, Ihnen wird schwindelig, und Sie haben Todesangst oder fürchten, die Kontrolle zu verlieren oder „verrückt zu werden“?
Kennzeichen einer Panikstörung sind wiederkehrende, schwere Angstattacken, die nicht an eine bestimmte Situation gebunden und deshalb nicht vorhersehbar sind. Typisch sind plötzlich einsetzendes Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle und Schwindel. Manche Betroffene erleben sich selbst oder ihre Umgebung dabei als fremd und unwirklich. Eine Attacke dauert meist nur Minuten, wird aber als äußerst bedrohlich erlebt. Oft entsteht daraus die „Angst vor der Angst“: Orte und Situationen, in denen schon einmal eine Attacke auftrat, werden zunehmend gemieden.
Lassen Sie diese Beschwerden bitte immer zuerst ärztlich abklären. Im Notfall wählen Sie den Notruf 112.
Generalisierte Angststörung (F41.1)
Sie machen sich ständig Sorgen um Ihre Gesundheit, Ihre Familie, die Arbeit oder das Geld und können einfach nicht damit aufhören? Sie sind dauernd angespannt, nervös und kommen innerlich nicht zur Ruhe?
Bei der generalisierten Angststörung ist die Angst nicht an bestimmte Situationen gebunden, sondern begleitet Betroffene über Wochen und Monate durch den Alltag. Man spricht auch von „frei flottierender“ Angst. Häufig kreisen die Gedanken um die Befürchtung, man selbst oder Angehörige könnten erkranken oder verunglücken. Hinzu kommen körperliche Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern, Muskelverspannungen, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindel oder Beschwerden im Oberbauch. Viele Betroffene schlafen schlecht und können sich nur schwer konzentrieren.
Wie Psychotherapie helfen kann
Angststörungen lassen sich psychotherapeutisch gut behandeln, die Verhaltenstherapie gehört hier zu den am besten untersuchten Verfahren. In der Therapie lernen Sie, Angstgefühle und angstvolle Gedanken wahrzunehmen, ohne sich von ihnen steuern zu lassen. Schritt für Schritt wenden Sie sich wieder Situationen zu, die Sie bisher gemieden haben, geleitet von dem, was Ihnen wirklich wichtig ist.
Hinweis zu den KostenSollten Sie an einer psychischen Erkrankung leiden, beachten Sie bitte meine Hinweise zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse bzw. -versicherung unter Kosten & Ablauf.